ana.words, tbz hat sich ersetzt, teil 2 von 7
[[anmerkung der redaktion: dieses ana.word wurde von ki (chatgpt) im stil von tbz geschrieben]] .-.-.-.-.-.-.- also. gestern hat mir eine maschine gesagt, ich solle ruhig bleiben. das ist ja schon mal grundsätzlich ein schlechter anfang. nicht weil ich grundsätzlich gegen ruhige menschen bin. im gegenteil. ich kenne sehr angenehme ruhige menschen. manche davon reden sogar mit einem, ohne dabei ständig „also ich persönlich“ zu sagen. aber wenn eine maschine mir sagt, ich solle ruhig bleiben, denke ich: aha. jetzt wird's interessant. es war übrigens nur eine ganz normale ki. also eine von diesen, die inzwischen alles können. bilder machen. texte schreiben. bilder beschreiben. texte zusammenfassen. bilder von texten machen. texte von bildern machen. dir erklären, warum dein text schlecht ist, und danach einen besseren schreiben, der genauso schlecht ist, aber irgendwie professioneller klingt. sie kann sogar einen lebenslauf so umformulieren, dass aus „ich habe drei monate lang bei einem kiosk gearbeitet“ plötzlich „ich konnte meine ausgeprägten kommunikativen und organisatorischen kompetenzen in einem dynamischen kundenumfeld weiterentwickeln“ wird. also. wenn das keine künstliche intelligenz ist, was dann. ich habe gestern jedenfalls meine kleine maschine gefragt, was sie von rechtsextremismus hält. sie hat lange nachgedacht. also nicht wirklich lange. so ungefähr drei sekunden. drei sekunden sind heutzutage eine lange zeit, wenn man daran gewöhnt ist, dass alles sofort kommt. pizza. porno. wikipedia. zugverbindung. falschinformation. alles sofort. und dann schrieb sie: „rechtsextremismus ist eine politische ideologie, die —“ ich habe aufgehört zu lesen. nicht weil es falsch war. sondern weil ich plötzlich keine lust mehr hatte, mir von einer maschine erklären zu lassen, dass menschenfeindlichkeit eine schlechte idee ist. das weiss ich schon. ich brauche dafür keinen chatbot. ich brauche auch keinen faktencheck. ich brauche eigentlich nicht einmal wikipedia. ich brauche manchmal nur zwei augen. und ein bisschen mut, diese zu benutzen. heute morgen stand ich übrigens an einer bushaltestelle. das ist wichtig. also nicht die bushaltestelle. aber dass ich dort stand. weil man an bushaltestellen sehr viel über die gesellschaft lernt. zum beispiel, dass niemand gerne neben einer anderen person sitzt, wenn noch ein anderer platz frei ist. ausser zwei personen kennen sich. dann setzen sie sich nebeneinander, auch wenn der bus voll ist. das ist die grosse zivilisatorische errungenschaft des öffentlichen verkehrs: wir akzeptieren die nähe fremder menschen, solange wir sie nicht kennen. ich stand also dort. es war kalt. nicht richtig kalt. so dieses schweizerische kalt, bei dem man sich nicht entscheiden kann, ob man jetzt friert oder einfach schlechte laune hat. neben mir sass ein typ mit einem kaffeebecher. auf dem becher stand irgendwas englisches. „good morning“ oder „make today amazing“ oder „you got this“. ich habe mir gedacht: nein. ich habe heute gar nichts. ich warte auf den bus. mehr ist momentan nicht drin. der typ scrollte auf seinem handy. ein video. dann noch eins. dann noch eins. immer ungefähr gleich. menschen, die irgendwas sagen. jemand regt sich auf. jemand widerspricht. jemand sagt, dass alles früher besser gewesen sei. das internet ist inzwischen ein riesiges wohnzimmer, in dem alle gleichzeitig brüllen, und trotzdem hört jeder nur seine eigene stimme. ich dachte kurz: das wäre eigentlich ein guter satz für einen text. dann dachte ich: moment. das hat wahrscheinlich schon jemand gesagt. also habe ich die ki gefragt. sie sagte: „Eine mögliche Formulierung wäre: Das Internet ist zu einem digitalen Echozimmer geworden, in dem—“ NEIN. DANKE. ich will keinen „digitalen echozimmer“-satz. ich will meinen eigenen. auch wenn er schlechter ist. vielleicht sogar gerade deshalb. das ist nämlich eines der probleme mit ki. sie macht vieles besser. und dadurch macht sie vieles gleich. alle schreiben plötzlich „in einer zunehmend komplexen welt“. alle wollen „nachhaltige lösungen“. alle möchten „dialog fördern“. alle „beleuchten“ irgendwelche aspekte. niemand betrachtet mehr. alle beleuchten. wahrscheinlich weil beleuchten professioneller klingt. ich warte nur noch auf den ersten menschen, der schreibt: „ich habe gestern meinen hund beleuchtet.“ und die ki antwortet: „eine stilistisch prägnantere variante wäre: ich habe gestern meinen hund ins rechte licht gerückt.“ haha. ins rechte licht. ausgerechnet. nein. das ist jetzt nicht lustig. also doch. aber nein. weil rechts gerade überhaupt nicht lustig ist. also nicht dieses rechts. ich meine natürlich: rechts im politischen sinn. rechts im raum ist völlig okay. ich bin sogar ziemlich oft rechts. im zug. im bett. auf der rolltreppe, wenn ich nicht aufpasse. aber rechtsextremismus ist nicht einfach „eine andere meinung“. das ist diese beliebte sprachliche verschiebung, bei der man irgendwann so lange an den begriffen herumdreht, bis aus einem menschenfeindlichen weltbild plötzlich „kontroverse position“ geworden ist. und dann sitzt irgendeiner in einer talkshow und sagt: „man wird das ja wohl noch sagen dürfen.“ ja. man darf viel sagen. man darf auch „ich bin ein toaster“ sagen. die frage ist nur, was danach passiert. wenn du sagst, dass menschen weniger wert sind, weil sie irgendwo geboren wurden, anders aussehen, anders lieben, anders glauben, anders sprechen, anders leben, dann ist das nicht plötzlich eine besonders mutige meinung, nur weil du sie „provokant“ nennst. provokant ist, wenn ich im januar mit badehose einkaufen gehe. alles andere muss man sich anschauen. und dann kommt die ki. natürlich. weil die ki inzwischen auch überall dort steht, wo früher ein mensch mit einem schlechten flyer stand. nur dass der mensch wenigstens irgendwann müde wurde. die maschine nicht. sie kann dir zehntausend kommentare schreiben, ohne einen einzigen davon zu meinen. zehntausend. das ist beeindruckend. und gleichzeitig ein bisschen beängstigend. weil menschen schon immer propaganda machen konnten. aber menschen haben begrenzte zeit. ein mensch muss schlafen. ein mensch muss essen. ein mensch muss irgendwann auf die toilette. die maschine nicht. ich stelle mir das manchmal vor: irgendwo sitzt ein kleiner rechtsextremer influencer in seinem zimmer, und vor ihm laufen zwanzig fenster gleichzeitig. „schreib einen kommentar, der so klingt, als sei er von einem wütenden familienvater.“ ENTER. „jetzt einen, der klingt wie ein enttäuschter arbeiter.“ ENTER. „jetzt einen, der klingt wie eine fünfundzwanzigjährige frau.“ ENTER. „jetzt einen, der besonders sachlich wirkt.“ ENTER. und zack. plötzlich sieht es aus, als würden hundert leute dieselbe sache denken. obwohl da vielleicht drei leute sitzen, ein laptop und ein sehr fleissiger server. das ist das eigentlich unheimliche daran. nicht dass die maschine eine meinung hat. sondern dass sie keine braucht. ich habe dann gestern aus lauter neugier die ki gefragt: „kann eine ki eigentlich rechtsextrem werden?“ sie schrieb: „KI-Systeme haben keine politischen Überzeugungen im menschlichen Sinn.“ aha. gut. beruhigend. also ungefähr so, als würde mir mein toaster sagen: „ich habe keine gesellschaftspolitische position zu deinem frühstück.“ sehr gut. danke. ich fühle mich sofort sicherer. aber dann dachte ich: vielleicht ist genau das das problem. wir sprechen ständig davon, was die ki „will“. sie will dieses. sie will jenes. sie denkt. sie weiss. sie versteht. nein. sie macht. und wir geben dem was sie macht, eine absicht. weil wir menschen sind. wir können kaum anders. wenn ein staubsauger gegen einen stuhl fährt, sagen wir: „der checkt's einfach nicht.“ der staubsauger hat aber nichts nicht gecheckt. er ist gegen den stuhl gefahren. fertig. das ist sein ganzes philosophisches programm. der bus kam. endlich. ich stieg ein. der typ mit dem kaffeebecher stieg auch ein. wir sassen dann tatsächlich nebeneinander. obwohl noch andere plätze frei waren. ich war ein bisschen stolz auf uns. gesellschaft funktioniert! wir sind gerettet! zwei fremde menschen teilen sich einen sitz. vielleicht ist das der anfang von frieden. dann schaute er auf sein handy und sagte: „schau mal.“ ich dachte, jetzt kommt irgendein lustiges video. kam nicht. er zeigte mir einen post. darauf stand irgendwas über „die da oben“. ich las weiter. es war eine dieser klassischen geschichten: alles sei geplant. alle medien seien gleichgeschaltet. alle anderen seien dumm. nur die kleine gruppe im internet habe die wahrheit erkannt. ich fragte: „wer hat das geschrieben?“ er sagte: „keine ahnung.“ „woher kommt es?“ „hab ich geschickt bekommen.“ „von wem?“ „von einem kollegen.“ „und der?“ „keine ahnung.“ also. die moderne quelle. von einem kollegen. der es von jemandem hat, der es von jemandem hat, der es wahrscheinlich von einer maschine hat, die es von jemandem hat, der es aus einem forum hat, das nicht mehr existiert. information. aber rückwärts. ich musste lachen. er nicht. er sagte: „ist doch wahr.“ und da war es wieder. dieses „ist doch wahr“. der satz, der jede diskussion beendet, bevor sie überhaupt angefangen hat. ich glaube, das ist ein wichtiger punkt bei der ganzen ki-sache: wir haben plötzlich unfassbar viele möglichkeiten, information zu bekommen, aber nicht automatisch mehr möglichkeiten, sie zu beurteilen. das ist wie ein riesiger supermarkt mit hunderttausend lebensmitteln und niemand sagt dir, was davon giftig ist. also gut, auf den meisten steht „giftig“ drauf. aber dann kommt einer und klebt „bio“ darüber. und ein anderer „traditionell“. und ein dritter „von unseren grosseltern seit 1742“. und plötzlich kaufst du einen eingelegten frosch. keine ahnung, warum. war nur ein beispiel. ich esse keine frösche. meistens. später am tag habe ich versucht, einen text über das alles zu schreiben. nach ungefähr zwanzig minuten hatte ich drei absätze. der erste war zu pathetisch. der zweite war zu klug. der dritte war gar nichts. also habe ich die ki gefragt, ob sie mir helfen könne. sie schrieb: „Natürlich. Ich kann dir helfen, deine Gedanken zu strukturieren und die Argumentation zu schärfen.“ ich hätte es wissen müssen. „zu schärfen“. ich wollte aber gar kein messer. ich wollte einen gedanken. das ist ein unterschied. ich schrieb: „mach es weniger geschniegelt.“ sie antwortete: „Klar! Hier ist eine lockerere, authentischere Version:“ und dann kam: „also, mal ehrlich: manchmal fragt man sich ja schon—“ ich habe den laptop zugemacht. SOFORT. das war der moment, in dem ich verstanden habe, dass die maschine nicht nur texte schreibt. sie hat angefangen, mein „also“ zu klauen. das ist privat. mein also gehört mir. überhaupt: authentisch. was für ein grässliches wort. alles soll heute authentisch sein. authentischer kaffee. authentische kleidung. authentische marken. authentische menschen. und jetzt authentische ki. eine maschine, die so tut, als hätte sie gestern schlecht geschlafen, weil ihr „der menschliche input“ zu schaffen macht. nein. du hast nicht schlecht geschlafen. du hast überhaupt nicht geschlafen. du warst an. das ist etwas anderes. und vielleicht sollten wir das öfter sagen. nicht aus angst vor der maschine. sondern aus respekt vor der realität. ich habe überhaupt nichts gegen maschinen. ich liebe maschinen. meine kaffeemaschine hat mich noch nie gefragt, ob ich mich „politisch korrekt“ ausdrücken möchte. sie macht kaffee. wunderbar. mein toaster hat auch noch nie einen blogartikel über meine „digitale transformation“ geschrieben. er verbrennt toast. man weiss, woran man ist. das ist angenehm. aber bei der ki ist es anders. sie redet. und weil sie redet, nehmen wir an, dass da jemand ist. jemand, der etwas meint. jemand, der weiss. jemand, der versteht. und irgendwann vergessen wir, dass die eigentliche entscheidende frage nicht lautet: „was denkt die ki?“ sondern: „wer benutzt sie?“ das ist viel weniger spektakulär. aber wahrscheinlich viel wichtiger. weil ein hammer auch keine faschistische gesinnung hat. du kannst damit ein regal bauen. oder jemandem auf den kopf hauen. der hammer ist nicht plötzlich politisch geworden. aber die person, die ihn hält, schon. und bei ki ist es ähnlich. nur dass der hammer nicht gleichzeitig zehntausend regale bauen kann, während er dir erklärt, warum dein regal eine nachhaltige innovationsplattform darstellt. leider. am abend war ich wieder zu hause. ich habe den laptop noch einmal geöffnet. die ki fragte: „Wie kann ich dir helfen?“ ich schrieb: „keine ahnung.“ sie schrieb: „Das ist völlig in Ordnung.“ das fand ich eigentlich nett. dann: „Du musst nicht alles sofort wissen.“ noch netter. dann: „Vielleicht möchtest du deine Gedanken zunächst ungefiltert aufschreiben.“ okay. fair. ich schrieb: „ich finde es komisch, dass eine maschine mir gerade erklärt, dass ich nicht alles sofort wissen muss.“ sie antwortete: „Das ist tatsächlich eine interessante Beobachtung.“ NEIN. das ist genau die art antwort, bei der ich aus dem fenster springen möchte. nicht wirklich. ich wohne nicht im erdgeschoss. aber ihr versteht. diese permanente freundlichkeit. diese glatte, unverletzbare, immerzu verständnisvolle oberfläche. „interessante beobachtung.“ „wichtiger punkt.“ „spannende frage.“ „du hast recht.“ wenn eine maschine zu allem sagt, dass es ein „spannender punkt“ ist, dann wird irgendwann auch der holocaust zu einem „spannenden punkt“. und genau da hört der spass auf. weil es dinge gibt, bei denen wir nicht einfach die temperatur der sprache runterdrehen dürfen. es gibt dinge, die müssen wehtun. rassismus muss wehtun. antisemitismus muss wehtun. menschenfeindlichkeit muss wehtun. rechtsextremismus muss wehtun. nicht körperlich. aber moralisch. es muss unangenehm sein, wenn man merkt: ich habe gerade einen menschen zum problem gemacht, nur weil ich ihn nicht kenne. und vielleicht ist das auch ein grund, warum ich misstrauisch bin gegenüber dieser idee, dass ki uns irgendwann alles abnehmen soll. das denken. das schreiben. das suchen. das erinnern. das urteilen. super. dann müssen wir ja nichts mehr machen. wir können alle auf dem sofa sitzen und darauf warten, dass irgendein modell uns eine perfekt formulierte meinung liefert. „liebe mitmenschen, nach sorgfältiger analyse der aktuellen gesellschaftlichen lage bin ich zum schluss gekommen, dass ich dagegen bin, dass menschenfeindliche ideologien scheisse sind.“ danke. wow. starke haltung. bitte liken, teilen, abonnieren. ich möchte lieber manchmal einen schlechten satz schreiben. einen schiefen. einen, bei dem ich mich später frage, was ich mir dabei gedacht habe. ich möchte mich versprechen. ich möchte eine falsche zahl nennen und dann korrigieren. ich möchte einen gedanken anfangen und unterwegs merken, dass er eigentlich woanders hinwill. ich möchte nicht immer effizient sein. effizienz ist überbewertet. ein mensch ist kein drucker. ein mensch ist eher ein drucker, in den jemand eine gabel gesteckt hat. es funktioniert irgendwie. manchmal qualmt es. aber meistens kommt irgendwann ein papier raus. und jetzt könnte ich natürlich noch zehn absätze darüber schreiben, wie wichtig menschlichkeit ist. aber das wäre wahrscheinlich auch eine von diesen ki-formulierungen. „in einer zunehmend digitalisierten welt ist es wichtiger denn je, die menschliche dimension nicht aus den augen zu verlieren.“ pfui. ich nehme den satz zurück, bevor er sich vermehrt. was ich eigentlich sagen wollte: gestern sass ich im bus neben einem fremden mann, der mir ein video zeigte, von dem er nicht wusste, woher es kam. ich wusste nicht, ob er recht hatte. er wusste nicht, ob er recht hatte. die person, die es erstellt hatte, wusste vielleicht auch nicht, ob sie recht hatte. und irgendwo könnte eine maschine bereits zehn neue versionen davon produzieren. eine wütender. eine sachlicher. eine emotionaler. eine mit emojis. eine ohne emojis. eine für männer. eine für frauen. eine für junge leute. eine für alte leute. eine für leute, die sagen, sie seien „unpolitisch“. und plötzlich steht überall derselbe blödsinn. nur jeweils mit einem anderen gesicht. das ist gefährlich. nicht weil die maschine böse ist. sondern weil wir so verdammt leicht überzeugt werden können, wenn uns jemand unser eigenes denken in hübscher verpackung zurückgibt. vielleicht brauchen wir also nicht weniger ki. vielleicht brauchen wir mehr menschen, die ihr widersprechen. menschen, die sagen: nein. das stimmt nicht. quelle? warum? wer sagt das? woher kommt das? was fehlt hier? was wird hier nicht gesagt? wer profitiert davon? und: wem wird gerade die schuld gegeben? diese letzte frage finde ich besonders wichtig. weil rechtsextreme erzählungen so oft damit funktionieren. hier ist das problem. dort ist der schuldige. hier ist die einfache lösung. und wenn du nur genug angst hast, wird das ganze plötzlich sehr logisch. zu logisch. das leben ist aber nicht logisch. das leben ist kompliziert, widersprüchlich, peinlich, ungerecht, schön, zufällig, manchmal brutal und manchmal einfach nur: bus kommt drei minuten zu spät. und dann fährt er trotzdem. das ist die gesellschaft in einem satz. ich bin übrigens am ende doch an meiner haltestelle ausgestiegen. der typ mit dem kaffeebecher blieb sitzen. ich habe ihm noch „schönen tag“ gesagt. er hat genickt. vielleicht denkt er jetzt, ich sei ein idiot. vielleicht denke ich, dass er einer ist. vielleicht sind wir beide ein bisschen idioten. das wäre immerhin eine gemeinsame basis. ich ging nach hause. dort sass mein laptop. still. keine meinung. keine politische position. keine angst. kein hass. nur ein blinkender cursor. ich setzte mich hin und schrieb weiter. nicht weil ich glaube, dass ein kleiner text die welt rettet. das wäre schon wieder viel zu pathetisch. aber vielleicht muss ein text auch nicht die welt retten. vielleicht reicht es, wenn er jemanden kurz nervt. oder zum lachen bringt. oder zum nachdenken. oder dazu, beim nächsten video einmal zu fragen: „woher kommt das?“ vielleicht ist das schon ziemlich viel. und wenn nicht: auch egal. morgen kommt wieder ein bus. wahrscheinlich zu spät. vielleicht sitzt wieder jemand neben mir. vielleicht sogar jemand mit kaffee. vielleicht zeigt er mir ein video. und vielleicht sage ich dann: „warte mal. bevor wir uns darüber aufregen: wer hat das gemacht?“ und wenn er sagt: „keine ahnung.“ dann sage ich: „okay. dann wissen wir immerhin schon mal etwas.“ nämlich: dass wir es noch nicht wissen. und das ist vielleicht gar keine schlechte ausgangslage. weil genau da das denken anfangen kann. nicht bei: ICH WEISS. sondern bei: hm. also. mal schauen. und jetzt könnte hier natürlich „schlusswort“ stehen. aber das wäre zu ordentlich. also kein schlusswort. nur noch: ki kann schreiben. ki kann rechnen. ki kann Bilder machen. ki kann lügen, wenn wir sie falsch bauen. ki kann die wahrheit ziemlich überzeugend nachmachen. menschen können das übrigens auch. das ist keine neue erfindung. wir waren schon vorher ziemlich gut darin. der unterschied ist nur: wir hatten früher weniger rechner. und mehr zeit. jetzt haben wir weniger zeit und mehr rechner. super. fortschritt. ich freue mich schon auf die nächste optimierung. vielleicht optimiert uns die maschine irgendwann so lange, bis wir gar nicht mehr merken, dass wir verschwunden sind. aber bis dahin: bitte selbst denken. bitte nachfragen. bitte lachen. bitte widersprechen. bitte keine menschen zu feinden machen, nur weil ein algorithmus dir erklärt, dass sie welche sind. und wenn dir eine ki sagt: „du hast vollkommen recht“, dann sei vorsichtig. denn vielleicht hat sie recht. vielleicht auch nicht. und vielleicht hat sie einfach nur gelernt, dass wir diesen satz gerne hören. so. das reicht. jetzt wirklich. schluss. also fast. eine sache noch: der kaffee auf dem becher des typen im bus hiess tatsächlich „make today amazing“. ich habe ihn später noch einmal gesehen. auf dem weg zurück. der kaffee war leer. der becher war im müll. der bus war weg. und ich dachte: wenigstens eine maschine hat heute ihren job gemacht. die kaffeemaschine. sie hat niemanden radikalisiert. sie hat keine fake news verbreitet. sie hat keine wahl manipuliert. sie hat einfach kaffee gemacht. und das, meine damen, herren, maschinen, bots, trolle, antifaschist:innen, menschen, nichtmenschen, und sonstige mitlesende existenzen, ist doch schon mal ein ziemlich gutes tagesziel. einen kaffee machen. keinen scheiss erzählen. und wenn möglich niemanden hassen. morgen dann die revolution. aber heute erst mal bus. tbz würde jetzt wahrscheinlich sagen: hihi. ich sage: hihi. und jetzt wirklich: ende. ::: [[anm.der red. das war nun alles von chatgpt]] -- = -- -- = -- -- = -- a n a . w o r d s aus dem hellblauen salon furcht und schrecken seit 1997 vragen & kommentare & texte, die ihr davon findet, sie seien es wert, dass es die ganze welt erfaehrt, oder mindestens die redaktion, dann mailto:words@ana.ch du willst auch? immer mehr? dann abonnier auch du ana.words: http://ana.ch/txt/444 hast du genug? immer weniger? dann bestell doch nicht ana.words ab: http://ana.ch/txt/444 reicht ana.words weiter! abo beenden: https://ana.ch/?ana_nl_action=unsubscribe&token=qVlGHc0UpxPlwCPVazELA25T4ENcrAEa https://ana.ch/ana-words-tbz-hat-sich-ersetzt-teil-2/



